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Leev Linda Lou

Es war eindeutig „die Band“, die am Karnevalsfreitag die Wagenbauerinnen und Wagenbauer der Grosssen Karnevalsgesellschaft und ihre Gäste an den Rand des Wahnsinns brachte. Hans-Jürgen Schlimgen, Harald Schlimgen, Dr. Siegmund Pchalek, Dr. Holger Miebach, Hans-Josef Dittebrand und Marika Pilz heizten den Anwesenden derart ein, dass Wirt Ingo im Zint Tünnes Mühe hatte, Nachschub für die ausgedörrten Kehlen schnell genug herbeizuschaffen. Aber er hatte sich gut gerüstet, wusste er doch, wenn die Wagenbauerfete angesagt ist, dann ist in meinem Laden die Hölle los. Folgerichtig fasste er, sichtlich ermattet, das gerade Erlebte zu vorgerückter Stunde in einem einzigen Satz zusammen: „Das war die geilste Fete, die ich seit Langem hier in diesen Räumen erlebt habe!“.

Und dabei hatte doch alles so geordnet begonnen. Wagenbauchef Michael Pleißner hatte die zahlreichen Gäste begrüßt. Das Büffet war eröffnet worden. Prinz Manny I. war da. Der Prinzenschlager war gesungen. Einige Interpretinnen und Interpreten der GKG hatten mit ihren Liedbeiträgen das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen gebracht. Und „die Band“ hatte in ihrem ersten Gig mit Liedern wie „rut un wiess wie lieb ich dich“, schon mal aufhorchen lassen. So war also zu erwarten, dass es am Ende eine gemütliche Karnevalsfeier bei Kölsch und Klaaf werden würde. Doch dann machten sich die Frau und die Mannen um Hans-Jürgen Schlimgen auf, um den zweiten Gig zu spielen. Und es geschah etwas schier Unglaubliches. Kaum intonierten sie den unverwüstlichen BAP-Hit „Verdamp lang her“, da explodierte das Zint Tünnes. „Nein!!“ schien die Menge zu schreien, „es ist nicht verdamp lang her, dass wir es ordentlich krachen ließen“. Und dann rockte das Haus, als ob es keinen Morgen gäbe. „Leev Linda Lou“ dieser Ohrwurm von den Bläck Fööss entwickelte sich zum Gesangswettbewerb zwischen den Zuhörenden und Hans-Josef Dittebrand. Gegenseitig feuerte man sich an und brachte die Stimmbänder fast zum Zerreißen. Es gab keinen Sieger. Am Ende lagen sich alle in den Armen, jubelten „der Band“ zu und feierten sich selbst. Spätestens da formte sich bei Wirt Ingo der Satz, der diesen unfassbaren Abend so treffend beschrieb.

Text: Dieter Trojahn
Fotos: Dieter Trojahn

Wie schön et wor luurt he!

Kinderträume auf der Kindersitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926 wurden wahr

Man muss kein Fan von Helene Fischer sein, aber das Lied „Zirkustraum“, das sie zusammen mit den Höhnern gesungen hat, spiegelt in der Tat die Sehnsucht vieler Kinder wider, auch einmal in der Manege bzw. auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu stehen. Was lag da also näher, dass dieses Lied, vorgetragen von den beiden Moderatorinnen des Nachmittags, die beiden Geschwister Anne und Silke Jansen, die diesjährige Kindersitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen eröffnete. Und für all die vielen großen und kleinen Jecke im Saal des Worringer Vereinshauses bot sich vor dem Hintergrund eines Zirkuszeltes ein traumhaftes Programm, für das sich erstmals Marietta Wirtz und Hans-Josef „Juppela“ Dittebrand verantwortlich zeigten.

Fast zwei Stunden lang wurde gesungen, geschunkelt und getanzt, sicherlich auch zur Freude des diesjährigen Worringer Narrenherrschers Prinz Manny I., der mit seinem Hofstaat die Sitzung verfolgte. So traten u. a. Claudia Hund und Marika Pilz mit dem Lied „Wenn et Hätz dich röf“ und Sarah Steven mit dem Brings-Ohrwurm „Liebe gewinnt“ auf. Erstmals alleine auf der Bühne stand die erst 12-jährige Fiona Ameis. Sie begeisterte das Publikum mit dem Lied „Kinder der Sterne“. Ihr Lohn: Tosender Applaus. Abgerundet wurde das Liedreigen von Marietta Wirtz, die gegen Ende der Sitzung das Lied „Ävver D’r Dom bliev stonn“ vortrug.

Auch in tänzerischer Hinsicht konnten alle Träume erfüllt werden. Ob das 14-köpfige Kindertanzkorps (Leitung: Stefanie Ettrich und Aline Stark), die Majorettengarde (Leitung: Jessica Bücher, Saskia Pleißner), das Funkenkorps mit dem schmucken Tanzpaar Sabrina Gaugler und Stephan Nosbüsch (Leitung: Funkenkorpskommandant Dominik Jansen) oder die „Dilldöppcher“ (Leitung: Marion Ameis), die für diese Session zusammen mit den Majoretten einen Tanz einstudierten, sie alle zeigten wunderschöne Choreografien. So manch ein Mädchen oder ein Junge hätte gerne mit den Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne tauschen wollen. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir das ein oder andere Kind in naher Zukunft auch einmal auf der Bühne des Worringer Vereinshauses.

Ein Höhepunkt für alle kleinen – und sicherlich auch großen – Jecke war der Auftritt der „Vereinigten Worringer Tanzpaare“ (Leitung: Carolin Kohr und David Jansen). Diese Truppe besteht aus den Tanzpaaren der Traditionstanzkorps aller im Festkomitee Worringer Karneval angeschlossenen Gesellschaften: KG Immerfroh von 1902, Närrische Grielächer von 1902, KG Löstige Junge von 1909, KG Änze Kääls von 1926, Große Karnevalsgesellschaft von 1926 und der Männergesangverein von 1848.

Musikalisch unterstützt wurde die Kindersitzung traditionell von der Haus- und Hofkapelle der Großen Karnevalsgesellschaft unter Leitung des ehemaligen Präsidenten Holger Miebach (Bass: Armin Brischke; Keybord: Hans-Peter Hemmersbach; Posaune: Hans-Peter Klösges; Schlagzeug: Holger Miebach; Akkordeon: Frank Sandmeier; Trompete: Ralf Schweren). Die musikalische Gesamtleitung unterlag Siegmund Pchalek.

Am Ende jedenfalls hieß es Abschied nehmen bis zum nächsten Jahr, auch wenn viele gerne noch länger geblieben wären. Doch man darf annehmen, dass so manches Kind noch lange von dieser Kindersitzung geträumt hat...

Bericht: Peter Schmidt
Fotos: Bianca und Thomas Bochem

Wie schön et wor luurt he!

Kindersitzung Teil2

Fotos: Bianca und Thomas Bochem

Wie schön et wor luurt he!

Stolze Wagenbauerinnen und Wagenbauer anlässlich der Wageneinweihung

War es die defekte Lautsprecheranlage oder waren es die liebevoll gestalteten Festwagen, die Prinz Manny I. zum Schweigen brachten? Das erste war naheliegend, das zweite entsprach wohl eher der Wahrheit. Wie sonst war es zu erklären, dass ein sichtlich beeindruckter Prinz Manny I. sich so gar nicht aus der Wagenbauhalle in Rheinkassel verabschieden wollte. Die Musik hatte längst Ruh, die Lautsprecheranlage sowieso, als sein Hofstaat die Initiative ergriff. Er stimmte den Büttenmarsch der Löstige Junge an, und mit dem Prinz im Schlepptau sangen sie sich selbst aus der Halle.

Ehrlich gesagt, wer immer die Gelegenheit nutzte, um die Wageneinweihung in Rheinkassel zu besuchen, verstand Prinz Manny I. Wer ihm bei der Anprobe seines Prinzenwagens zusah, bemerkte sehr schnell, der will jetzt sofort losfahren. Es schien, als wisperten die Werkzeuge und Materialien in der Halle: Kamelle, Kamelle. Die bunten, prächtigen Festwagen von den Rot-Weißen, den Grün-Weißen, den Schwarz-Weißen, den Närrischen Grielächern und dem Männergesangverein schienen sich selbständig auf den Weg machen zu wollen, um endlich, endlich das Licht der närrischen Worringer Welt zu erblicken. So war es nicht verwunderlich, dass die Halle gewaltig brodelte und die Wagenbauerinnen und Wagenbauer aller Gesellschaften mit Stolz die Besichtigung und Abnahme durch den Prinzen erwarteten.

Wie gut, dass die Rot-Weißen auf Oberbekleidung mit Knöpfen verzichtet hatten. Denn es hätte ins Auge gehen können. Bei so viel stolz geschwellter Brust war nicht auszuschließen, dass sich der ein oder andere Knopf selbständig gemacht hätte. Nun, der voreingenommene Betrachter stellte fest, dass Wagenbauchef Michael Pleißner mit seiner Frau- und Mannschaft wiederum ein sehr ansehnliches Meisterwerk geschaffen hatte. „Sehr, sehr schön“ entfuhr es Prinz Manny I., als er neben dem Wagen stand. Doch als er von seinem Prinzenwagen, das wahre Ausmaß und die liebevollen Details des Wagens erkannte, war ihm deutlich anzusehen, dass er zu gerne als vierter Mann der Kartenrunde mitgefahren wäre. Oder wollte er etwa den Funk ersetzen, denn er hatte sich schon bei Michael Pleißner erkundigt, warum denn immer ein Funk mit auf dem Wagen sein müsste. „Ja, muss, lieber Prinz! Denn die Funken sind die Vereinsjecke, und die müssen überall dabei sein“. Die Kreativabteilung innerhalb der rot-weißen Wagenbauer mit Hans-Jürgen Schlimgen, Rüdiger Schmitz und Ramona Peter trug angespornt vom Rest der tätigen Wagenbauerinnen und Wagenbauer maßgeblich zum Erfolg dieses Comicstrips auf vier Rädern bei. Nicht unerwähnt blieben die vielen Überstunden von Rüdiger Schmitz, der im heimatlichen Keller den Bau der Figuren und anderem schmückenden Beiwerk kräftig vorantrieb. Und selbst Präsident Markus Hund ließ es sich nehmen, kräftig Hand anzulegen, was ihm die Hochachtung seines Wagenbaus einbrachte.

Bericht: Dieter Trojahn
Fotos: Dieter Trojahn

Wie schön et wor luurt he!

Prinzenabend des Funkenkorps der Großen KG

Traditionell lädt das Funkenkorps den amtierenden Prinzen samt Gefolge vor den tollen Tagen zu einem gemütlichen Abend ein. In diesem Jahr kam Prinz Manny I. aus den Reihen der KG Löstige Junge in den Genuss eines solchen Abends.

Und in der Tat: Die Lieblingsvokabel dieses Prinzenabends war „gemütlich“. Doch bevor sich der Prinz gemütlich zurücklehnen und das ein oder andere Kaltgetränk gemütlich genießen konnte, musste er beim berühmt-berüchtigten Prinzenspiel seine „Hausmeistertätigkeiten“ – bekleidet er doch neben dem Worringer Narrenherrscheramt noch das Amt des Hausmeisters an den beiden Worringer Grundschulen – unter Beweis stellen. Da hieß es schrauben, drehen, mit einer Greifzange „Müll“ aufsammeln und nebenbei noch Fragen rund um den KIKA, einem weiteren Steckenpferd des Prinzen, beantworten. All diese Aufgaben meisterte er mit Bravour, so dass es dann gemütlich weitergehen konnte. Neben dem obligatorischen Stippeföttche der Funken unter der Leitung des Kommandanten Dominik Jansen sorgten Silke Jansen mit dem Lied „Dat sin de Lück“ sowie Claudia Hund und Marika Pilz mit dem Lied „Wenn et Hätz dich röf“ für Unterhaltung. Und was wäre so ein gemütlicher Abend ohne eine Premiere. Der Haus- und Hofmusiker der Großen KG, Siggi Pchalek, wurde spontan von den beiden „Prinzenmusikern“ Hans-Peter Hemmersbach an der Ukulele und Frank Sandmeier an der Harmonika begleitet, so dass der Prinzenabend stellenweise einem Mitsingkonzert ähnelte, sehr zur Freude des Prinzen und seiner Entourage. Aber leider nimmt so ein Abend auch irgendwann ein Ende. Nächstes Jahr darf sich dann der designierte Worringer Narrenherrscher aus den Reihen der KG Änze Kääls auf so einen gemütlichen Prinzenabend freuen…

Bericht: Peter Schmidt
Bilder: Bianca und Thomas Bochem

Wie schön et wor luurt he!

Kostümsitzung der GKG voll im Motto „Da jeit uns et Hätz op“

Durchweg glückliche und zufriedene Gesichter waren am Ende der Kostümsitzung 2019 der Großen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926 e.V. im Vereinshaus zu sehen. Die Frauen und Männer rund um Präsident Markus Hund, die für das Gelingen dieser wunderschönen Sitzung vor, hinter und auf der Bühne verantwortlich zeichneten, waren leicht auszumachen, strahlten sie doch mit den so oft besungenen „Stääne vun Kölle“ um die Wette. Hatte ihnen das Publikum doch ihre monatelange Mühen und Arbeit mit herzlichem Applaus, frenetischen Jubel und der ein oder anderen Rakete gedankt.

Ein glänzend aufgelegter Narrenherrscher Manny I. gewann schnell die Herzen im proppenvollen Saal des Vereinshauses, versäumte er es doch nicht der GKG für die wertvolle Unterstützung in schwierigen Zeiten seiner Löstigen Junge zu danken. Da geschah es zum ersten Mal, was sich an diesem Abend noch sehr häufig wiederholen sollte. Unmerklich begann das diesjährige Motto des Worringer Karneval zu strahlen: Da jeit uns et Hätz op! Von diesem Gefühl getragen und vom Prinzenschlager inspiriert, näherte sich das Stimmungsbarometer schon dem roten Bereich. Und dabei hatte die Sitzung doch gerade erst begonnen.

Weil es im Vorjahr so überaus erfolgreich war, hatten sich Dr. Holger Miebach und der Vizepräsident der GKG Dominik Jansen die Sitzungsleitung geteilt. Unterstützt oder eher gestört wurden sie auch wieder vom „Löllhorn“ Hans-Josef Dittebrand. In der 1. Hälfte prüfte Dr. Holger Miebach die Aufmerksamkeit des Publikums mit der Frage nach der Herkunft des Wurstordens, den alle Auftretenden bekamen. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn das bunt kostümierte, närrische Vo lk, gierte förmlich nach Gesang, Tanz und närrischer Rede und hielt das Stimmungsbarometer während der gesamten Sitzung ständig im und am roten Bereich. Ja, ein- oder zweimal drohte es gar zu überhitzen. Aber die kluge Zusammensetzung des Programms verhütete Schlimmeres.

Los ging es mit dem Kindertanzkorps. Anna Hannebach, die es kaum erwarten konnte, sang mit ihrer Schwester Michelle den Marsch des Kindertanzkorps und 13 kleine und kleinste Mariechen marschierten hinter Fahnenträger Phil Ameis auf die Bühne. Erst mal neugierig in das Publikum geguckt: Wo sind Oma, Opa, Mama, Papa, Onkel, Tante und... fast den Einsatz verpasst. Es ging los. Bezeichnenderweise hatte die neue Leitung der Truppe, Alina Stark und Stefanie Ettrich, den bekannten Hit der Höhner „Jetzt geht’s los“ als Tanz gewählt. Und wirklich, der Püngel Flüh war nicht mehr aufzuhalten. Mit Feuereifer ging es zur Sache, das Publikum geriet schier in Ekstase. Der Lohn für diese Darbietung? Rakete, was sonst!

Nach so viel Aufregung tat ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit gut. Ein Kind der Sterne (Fiona Ameis) sollte mit ihrem Lied „Kinder der Sterne“ von den Höhnern dafür sorgen. Das Publikum war sehr gespannt. Schließlich sang die 12-jährige Fiona das erste Mal bei einer Kostümsitzung der Grossen KG. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick, und schon riss sie mit ihrer jugendlichen Unbekümmertheit und ihrer schönen klaren Stimme die Besucherinnen und Besucher von den Stühlen. Wie sagte doch das überarbeitete Löllhorn 2.0 am Ende ihres Vortrags: „Dat hät dat Mädche wunderbar jesunge“. Dem war nichts hinzuzufügen.

Es folgten 12 junge Damen. Die weiblichen Tanzgruppen der GKG „De Dilldöppcher“ und „Majorettengarde“ hatten sich vereinigt und unter der tänzerischen Leitung von Saskia Pleißner und Jessica Büscher einen fulminanten Tanz einstudiert. Nach den Klängen von „everytime you touch“ der Gruppe Cascada wirbelten die Mädchen über die Bühne. Wieder kochte der Saal.

Nachdem Hände, Füße, Augen und Ohren schon so reichlich zu tun gehabt hatten, wurde es Zeit, die Lachmuskeln zu strapazieren. Garantin dafür ist seit vielen Jahren Andrea Jansen. In einer gewohnt feinsinnigen, vielen Frauen und Müttern aus dem Herzen sprechenden Rede erzählte sie vom stressigen Ehemann, pubertierenden Jugendlichen, Einkaufserlebnissen etc. Im Prinzip hatte sie sich Gedanken gemacht. So sagte sie, warum es auf der Erde immer mehr Menschen gibt, die Menge der Intelligenz aber seit der Schöpfung gleich geblieben ist. Mit begeistertem Applaus und Bravo-Rufen wurde sie verabschiedet.

Eine Jansen kommt selten allein, erfahrene Sitzungsbesucher bei den Rot-Weißen wissen das. Tatsächlich, der Mutter folgte die Tochter Silke Jansen. Als „Et Silke us d'r Lohn“ trug sie einen alten Gassenhauer der Bläck Fööss vor. Alle im Saal kannten dieses Lied, aber wie sie es vortrug, das war eine Klasse für sich. Der Song hörte sich an, als sei er gründlich entstaubt und gereinigt worden, einfach Klasse. Maßgeblichen Anteil daran, wie überhaupt an allen Gesangsdarbietungen in dieser Sitzung trug der neue musikalische Leiter Dr. Siegmund Pchalek. Dieser studierte Musikpädagoge, engagierte Musiker und überzeugte Karnevalist zeigt schon in seinem ersten Jahr als verantwortlicher Leiter, dass er ein Glücksgriff für die GKG ist. Er verschanzte sich nicht hinter dem Klavier, sondern stand wie bei der auf Silke Jansen folgenden Nummer mit der Quetsch auf der Bühne und begleitete die „Brave Mädchen“. Claudia Hund, Karin Först, Daniela Miebach und Marika Pilz, vier gestandene Karnevalistinnen, die über viele Jahre Bühnenerfahrung gesammelt haben, präsentierten sich als gar nicht brave Mädchen. In ihrem aus Rede und Gesang bestehenden Vortrag machten sie sich Gedanken über Parkplatzprobleme, Kneipenschwund sowie unsäglichem Straßenzustand in Worringen. Wobei sie das Herz von Prinz Manny I. höher schlagen ließen, erfuhr er doch von ihnen, dass offensichtlich extra für ihn die Straße „An den Kaulen“ in Stand gesetzt wurde.

Nach diesem mit viel Beifall und Jubel bedachten Vortrag zog das Funkenkorps der Großen Karnevalsgesellschaft auf die Bühne. Bevor sie ihren neuen Tanz präsentierten, tanzte die Marie mit ihrem Jung. Sabrina Gaugler und Stephan Nosbüsch in ihrem zweiten Jahr als Tanzpaar zeigten, wieviel Sicherheit und Vertrauen sie dazu gewonnen haben und begeisterten das Publikum mit einem herrlichen Tanz. Bei so viel tänzerischer Darbietung hielt es niemanden im Saal auf dem Stuhl. Also wurde es Zeit für eine Pause. Doch bevor diese begann, nutzte der Präsident des Festkomitees Worringer Karneval die Gunst der Stunde, um ein Mitglied der GKG mit dem Verdienstorden in Silber auszuzeichnen. Hans-Werner Mohneke wird diesen Orden zukünftig stolz tragen. Er wurde ausgezeichnet für seine langjährigen Verdienste als Wagenbauer, Zugordner, Fahnenträger Türposten. Sozusagen als jemand, der nach dem Motto lebt: Werde ich gebraucht, bin ich da; werde ich nicht gebraucht, bin ich trotzdem da.

Nach der Pause ging es fulminant los. Mitglieder des Funkenkorps (Markus Hund, Robert Hecker, Inge Hecker, Oliver Wendling, Julian Hund, Valentin Riede, Fabian Kircher), verstärkt durch Anne und Silke Jansen, hatten sich Gedanken gemacht, was denn so während der Sitzungspause auf der Herrentoilette passiert. Mit ihrer herrlichen pantomimischen Umsetzung des Themas brachten sie den Saal direkt nach der Pause wieder auf Betriebstemperatur.

So war der Boden bereitet für Claudia Hund und Marika Pilz, die als Duo „Familijeklüngel“ das Lied „Wenn es Hätz dich röf“ der Höhner darboten. Und schwupps, schon stand Prinz Manny I., dem seine Regentschaft sichtlich eine Herzensangelegenheit ist, mit seinem Hofstaat hinter den Beiden auf der Bühne, und unterstüzten sie als Backgroundsängerinnen und -sänger.

Nach dieser besinnlicheren Gesangsdarbietung marschierte die Majorettengarde hinter ihrem Fahnenträger Justin Mauer auf die Bühne. Hatten die acht Damen sich vor der Pause ja schon warm getanzt, ging es jetzt so richtig los. Auf ein Medley der Lieder „Kölsch statt Kääsch“ und „Naach zom Daach“ tanzte die Gruppe wie entfesselt über die Bühne. Da rockte der Saal, und ohne eine Zugabe wurde die Truppe nicht von der Bühne gelassen. Und es gab die herbeigesehnte Zugabe. Auf die Hymne der Majorettengarde „La Sorella“ von James Last wurden auch die letzten Kräfte noch freigesetzt und der Saal zum Kochen gebracht. Als gerechter Lohn blieb da nur, eine Rakete steigen zu lassen. Leider musste Sitzungsleiter Dominik Jansen verkünden, dass Hannah Brischke, Jessica Büscher, Silke Jansen und Saskia Pleißner ihre aktive Laufbahn bei den Majoretten beenden.

Nach dieser lauten und schnellen Nummer wurde es still im Saal. De Miebachs betraten die Bühne. Dr. Holger Miebach und seine Frau Daniela besangen in einem gefühlvollen Krätzchen des Colonia Duetts „Mi Kölle draeht en Peelekett“, ein wunderschönes Lied in unser unverfälschten kölschen Sproch vorgetragen. Frenetischer Jubel war der Lohn für diesen Vortrag und einen sichtlich gerührten Dr. Holger Miebach, der bis dato schon in vielen Funktionen auf der Bühne stand, heute aber erstmals als Sänger.

Den sympathischen Eheleuten folgte mit Herbert Meudt „Ne drüje Pitter“. Seine trockene Art, Witze zu erzählen, kam, wie auch schon in den vergangenen Jahren, beim Publikum außerordentlich gut an. Trafen auch nicht alle Witze den Geschmack des gesamten Publikums, ließ man ihn dennoch nicht ohne Zugabe von der Bühne. Ihm gelang es, trotz später Stunde den Saal zum aufmerksamen Zuhören zubringen.

Sarah Steven, ebenfalls eine feste Größe als Sängerin bei den Kostümsitzungen der GKG, begeisterte nach Herbert Meudt mit dem Lied „Liebe gewinnt“ von Brings. Ihr schöner Beitrag veranlasste das Löllhorn zu der Aussage: „Bei mir häst de och jewonne“. Ein größeres Kompliment konnte es nicht geben.

Ihr folgten noch einmal die Funken, die mit ihrem Tanz das Ende der Veranstaltung einläuteten. Marietta Wirtz, die seit 35 Jahren mit ihren Liedern die Sitzungsbesucherinnen und -besucher erfreut, hatte als Abschlusslied „Ävver der Dom blieb stonn“ gewählt. Wunderschön trug sie es vor, begleitet von allen Interpretinnen und Interpreten des Abends sowie den Tanzgruppen. Ein herrliches Abschlussbild in rot und weiß. Als Publikum konnte gar nicht genug davon bekommen, und so musste Marietta nochmal von vorn beginnen. Obwohl es ja schon früh am Morgen war, wollte noch niemand nach Hause gehen.

Bericht: Dieter Trojahn
Bilder: Thomas Bochem / Norbert Rosendahl

Wie schön et wor luurt he!

Markus Hund und sein Vorstandsteam einstimmig bestätigt.
Generalversammlung der Grossen Karnevalsgesellschaft von 1926 e.V.

Eindrucksvoller lässt sich Zufriedenheit nicht ausdrücken als mit diesem beeindruckenden Wahlergebnis. So geschehen anlässlich der Generalversammlung 2018 der Grossen Karnevalsgesellschaft 1926 e.V. Köln-Worringen im Saal des Vereinshauses. Trotz des Ferienbeginns hatten es sich die meisten Mitglieder nicht nehmen lassen und waren der Einladung gefolgt. Sie lauschten aufmerksam den Rechenschaftsberichten ihres Präsidenten Markus Hund und seines Vorstandsteams. Und spätestens bei dem von Schatzmeisterin Gabi Jansen vorgetragenen Kassenbericht war jeder und jedem im Saal klar, dass das Jahr Eins nach dem Rücktritt von Dr. Holger Miebach mindestens genauso erfolgreich war wie die Jahre zuvor.

Hatte Markus Hund doch schon in seinen Dankesworten an seinen Vorstand, seine Leiterinnen und Leiter der Gremien und an die Mitglieder der Gesellschaft nicht mit Lob gespart. Wiederum zwei tolle gelungene Sitzungen, ein Aufsehen erregender Mottowagen und ein dazu passendes Rosenmontagskostüm bewiesen, dass die GKG in der ersten Liga des Worringer Karnevals angesiedelt ist. Folgerichtig gab es bei den anstehenden Neuwahlen auch nur ein Meinungsbild im Saal: Wiederwahl! Und so wurde der komplette geschäftsführende Vorstand ohne eine Gegenstimme wiedergewählt.

Die GKG wird also auch in der kommenden 12 Monaten von folgenden Frauen und Männern repräsentiert: Präsident: Markus Hund
Vizepräsident: Dominik Jansen
Geschäftsführerin: Julia Michel
Schatzmeisterin: Gaby Jansen
Schriftführer: Thomas Gaugler

Von der Versammlung bestätigt wurden:
Senatspräsident: Hartmut Warnke
Funkenkommandant: Dominik Jansen
Tanzpaar: Sabrina Gaugler und Stephan Nosbüsch

Weil der Wagen- und Bühnenbau noch keine abschließende Versammlung durchgeführt hatte, konnte hier noch kein Leiter oder Leiterin vorgeschlagen werden. Betrübt nahmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass die langjährige, so überaus erfolgreiche Literatin Andrea Jansen dieses Amt nicht mehr ausüben wird. Leider war sie an diesem Abend nicht anwesend, so dass sie manch ob ihrer Entscheidung verdrückte Träne nicht mit eigenen Augen sehen konnte. Die Dankesworte des Präsidenten für ihre Leistungen wurden mit anhaltendem Applaus und zustimmenden Rufen quittiert. Der Vorschlag des Senatspräsidenten Hartmut Warnke, Dr. Holger Miebach zum Senator der Gesellschaft zu berufen, fand eine ungeteilte Zustimmung.

Mit besonderer Freude konnte Präsident Markus Hund langjährige treue Mitglieder ehren. 25 Jahre gehören Hans-Dieter Annas, 40 Jahre Gert Neurath und Matthias Cress sowie 50 Jahre Fritz Jacoby, Bernd Hund und Kaspar Dick zur Vereinsfamilie. Nach dem Absingen der Vereinshymne und Dreimol Rut-Wiess Alaaf schloss Präsident Markus Hund die Versammlung.

Text: Dieter Trojahn

Diese Seiten wurden am 02.03.2019 Aktualisiert.

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