Die Jubiläumssitzung zum 100‑jährigen Bestehen der Grossen Karnevalsgesellschaft am 31.01.2026 im Vereinshaus in Worringen ließ bei allen Närrinnen und Narren erneut ihr „Wurringer Hätz“ höherschlagen. Präsident Dominik Jansen begrüßte im traditionellen Elferrat ein Publikum, das bereit war für eine Zeitreise durch Familiengeschichten, Worringer Liedgut und ganz viel Liebe zum Worringer Fastelovend. Zu Beginn zog Narrenherrscher Prinz Michael II. (Michael Ligocki) mit seinem
Gefolge unter tosendem Beifall ein. Er betonte die langjährige Verbundenheit seiner Karnevalsgesellschaft Närrische Grielächer mit der GKG, die beide Vereine in den
vergangenen 100 Jahren geprägt hat. Beim Prinzenschlager, gesungen von Susanne Kübler, feierte das Publikum ausgelassen mit. Anschließend sorgte der närrische
Nachwuchs in Gestalt des Kindertanzkorps für die passende Ausgangsstimmung. Den rednerischen Auftakt machten zwei, die seit Jahren ein eingespieltes Duo sind:
Mutter und Tochter Andrea und Silke Jansen. In ihrer Rede nahmen sie das Publikum mit in den turbulenten Alltag einer hochkarnevalistischen Worringer Familie – und
besonders in die Frage, wer eigentlich für welchen Trubel verantwortlich ist. Die Jecken lachten herzlich, denn vieles klang ihnen verdächtig vertraut.
Mit dem Schunkelwalzer „Jung vergess et bütze nit“ aus dem Jahr 1937 brachte Marietta Wirtz anschließend Tradition und Nostalgie auf die Bühne. Kaum erklangen
die ersten Takte, lagen sich die Menschen im Saal in den Armen und schunkelten im Takt – ein Moment, der zeigte, wie lebendig altes Liedgut sein kann.
Der anschließende furiose Auftritt unseres Jugendtanzkorps, der „Rude Papageie“, brachte Schwung in den Saal und ließ das Publikum jubeln.
Drei starke Damen – die „Pussycats 2.0“ (Daniela Miebach, Andrea Jansen, Claudia Hund) – präsentierten ein Krätzche über ein Thema, das jede Generation kennt: das
Leid der Frauen, wenn ihre Männer „nur mal eben“ auf eine Versammlung gehen. (Erst ab 1987 durften Frauen Mitglied der Gesellschaft werden!) Das Publikum
schmunzelte wissend und applaudierte begeistert; manche Männer rutschten ein wenig tiefer auf ihren Stühlen.








In der mit dramatischem Einzug gefeierten historischen „Bütt“ präsentierte Hans‑Josef Dittebrand eine Rede aus dem Jahr 2011 – und bewies, dass Verwechslungsgefahr bei ungewöhnlichen Hundenamen zeitlos komisch bleibt. Mit viel Charme und Wortwitz brachte er den Saal zum Lachen.
Ein musikalischer Blick zurück folgte mit Unterstützung der Änze Kääls: Worringer Liedgut aus dem Jahr 1968 erfüllte den Saal, als Wolfgang (Wuschel) Jansen,
Bianca Knuth und Thomas Schönenberg „Alt Wurr’nge“ vortrugen. Zum Ende der ersten Hälfte trat das Funkenkorps auf. Der langjährige Kommandant
der Reserve, Paul‑Heinz Wirtz, kommandierte seinen selbst choreografierten Tanz „Stars and Stripes“ (erstmals aufgeführt 1972). Ein Moment, der die tanzenden
Funken mit Ehrfurcht erfüllte. Das Tanzpaar des Funkenkorps, Sabrina Gaugler und Stephan Nosbüsch, beendete an diesem Abend bei ihrem letzten Tanz auf einer
Kostümsitzung seine langjährige und äußerst erfolgreiche Tanzpaar‑Karriere mit einem hervorragenden Tanz – ein würdiger Abschluss für ein hochverdientes
Tanzpaar, dass am Aschermittwoch die Tanzschuhe wegstellen wird. Die Funken im Hintergrund folgte eine besondere Auszeichnung: Der Präsident des
Festkomitees, Dr. Holger Miebach, verlieh Vizepräsidentin Anne Nosbüsch für ihr unermüdliches Engagement für die GKG und ihre Verdienste um den Worringer
Karneval den Verdienstorden des Festkomitees in Silber. Nach der Pause wurde es musikalisch. Unsere berühmte Haus‑ und Hofkapelle „De
Drecksfööss“ brachte zwei Klassiker auf die Bühne – und der Saal sang lauthals mit. Zwei Funken auf Abwegen – so fühlte es sich an, als Alexander Wild und Lukas
Rösgen über das Verzäll von früher, die Tücken des Älterwerdens und den Alltag als Funke philosophierten. Zwei weitere Funken (Marius Slickers und unser Literat Oliver
Wendling) folgten mit dem Lied „Hey Hannah“, in dem sie besangen, dass man zwar tanzen kann, aber irgendwie doch nicht. Der Saal war begeistert, klatschte und
jubelte – ein Auftritt voller Charme und Selbstironie. Tänzerische Höchstleistungen bot anschließend die Majorettengarde. Natürlich durfte
dabei auch der traditionsreiche Tanz „La Sorella“ aus dem Jahr 1993 nicht fehlen. Zu später Stunde gehört die Bühne den Routiniers: Dr. Holger Miebach glänzte mit
der Rede „Diddi en d’r Bütt“ nach historischem Stoff (Original von Dieter Gruben, 1986) und bewies, dass gute Pointen – und etliche Themen – niemals altern.
Mit ihrer beeindruckenden Stimme und Bühnenpräsenz berührte Fiona Ameis das Publikum. Ihr Lied „Zick zoröck“ lud passend zum Jubiläum zum Nachdenken ein und
zeigte zugleich, wie viel Talent in dieser Sängerin steckt. Trockener Humor, perfekt gesetzt – Herbert Meudt ist und bleibt eine Bank. Auch 2026 brachte er das Publikum zu später Stunde zum Lachen, ohne laut zu werden. Ein Meister der feinen Pointe.
Zum großen Finale versammelten sich alle Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne. Nach einem historischen Lied, das die „Pappnasen“ 1986 erstmals präsentierten, erklang „Jecke Saache“ – ein Abschluss, der den Saal mitnahm. Man sah strahlende Gesichter, hörte kräftigen Gesang und fühlte: Das war Fastelovend, wie er sein soll.
Mit dreimal „Wurringe Alaaf“ schloss ein sichtlich stolzer Präsident Dominik Jansen eine gelungene Jubiläumssitzung, die Tradition, Humor und Herz vereinte – und die
man in 100 Jahren nicht vergessen wird.
Bericht: GKG
Fotos: Bianca und Thomas Bochem
